Armee vs. Zivildienst: Wo ist das Problem?

Offiziere.ch setzt sich für eine offene Meinungsäusserung und eine unabhängige Meinungsbildung ein. Die Verhinderung eines Artikels von Brigadier a. D. Hans-Ulrich Ernst, zwischen 1979-1996 Generalsekretär des EMDs, ehemaliger Kommandant der Grenzbrigade 11 und Gründungspräsident des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik, über das Konzept “Miliz XXI” in der ASMZ durch den Vorstand der Schweizerischen Offiziersgesellschaft im April 2008 wurde von mir auch dementsprechend kritisiert

Im April 2009 wurde der sogenannte “Tatbeweis” (1,5 Mal längerer Dienst im Vergleich zur militärischen Dienstpflicht) beim Zivildienst eingeführt und gleichzeitig die “Gewissensprüfung” abgeschafft. Diese Änderung stellt eine klare politische Vorgabe dar, welche der Armee jedoch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Meine Meinung dazu, also diejenige des Betreibers von offiziere.ch, kann hier nachgelesen werden. Der folgende Artikel von Remo Ziegler, politischer Sekretär bei der Gemeinschaft Schweizer Zivildienstleistender (GSZ) beleuchtet die Thematik des Zivildienstes von einer anderen Perspektive und deckt sich nicht zwangsläufig mit meiner Meinung. Trotzdem stellt der Artikel einen wertvollen Diskussionsbeitrag dar, für den ich mich bei Herrn Ziegler bedanke.

Sollten auch Sie eine eigene Meinung besitzen, so nutzen Sie bitte den Kommentarbereich.

 
 
Zivildienst ist eine Verhöhnung des Wehrwesens (Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee zitiert in Peter Forster, “Eine Generation tritt ab“, Weltwoche, Nr. 09, 03.03.2010). Zivildienst schadet der Armee. Die Personalbestände der Armee werden durch die Abwanderung zum Zivildienst ausgehöhlt. Die Parlamentarier haben diese Aussagen erhört und Militärpolitiker im National- und Ständerat haben in Absprache mit der Armee reagiert. In der Frühlingssession haben die Präsidenten der Sicherheitspolitischen Kommissionen – Ständerat Bruno Frick (CVP, SZ) und Nationalrat Jakob Büchler (CVP, SG) – mit praktisch gleichlautenden Motionen den Bundesrat beauftragt, Massnahmen zu ergreifen um den Zulauf zum Zivildienst einzudämmen. Die Gesuchszahlen scheinen ihnen Recht zu geben: Stellten in normalen Jahren mit der Gewissensprüfung ca. 2500 Personen ein Gesuch, so waren es im ersten Jahr nach der Abschaffung der Gewissensprüfung bereits 7800. Auf den ersten Blick erscheint es logisch, dass Personen welchen zum Zivildienst abwandern, bei der Armee fehlen. Deshalb wird in Fachpublikationen zur Armee die Wiedereinführung der Gewissensprüfung gefordert.

Der Zivildienst untersteht dem Volkswirtschaftsdepartement von Bundesrätin Doris Leuthard. Nach Annahme der Motionen beauftragte sie den Leiter des Zivildienstes, Dr. Samuel Werenfels (Major a. D) einen Bericht zu erarbeiten. Dies ist mittlerweile geschehen. An diesem Bericht haben auch Fachleute aus dem Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitgewirkt. Der Bericht ist noch nicht öffentlich, doch gemäss gut unterrichteten Quellen in der Verwaltung haben das VBS und die Zivildienstbehörde herausgefunden, was Fachleuten seit längerem bekannt ist: Das nämlich die Zahl der Abgänge aus der Armee konstant geblieben ist. Wie ist das möglich? Statt sich untauglich schreiben zu lassen haben sich mehr junge Männer für den Zivildienst entschieden. Aus der Armee auszuscheiden ist heute sehr einfach: Es findet sich immer irgendwo ein Psychiater, der bereit ist, ein Gutachten anzufertigen, das dann dem Personaldienst der Armee geschickt wird. Die Anhörung vor der Untersuchungskommission (UC) ist in den meisten Fällen eine Formsache. Die Kosten betragen für Ausstiegswillige 700 – 1200 CHF. Wenn der Psychiater tatsächlich eine Krankheit erkennen kann oder besonders unverfroren ist, übernimmt davon ein Teil die Krankenkasse. Nicht eingerechnet sind die Kosten für die Armee. Zivildienstleistende sparen sich die Wehrpflichtersatzabgabe, leisten dafür 1.5 mal so viele Diensttage. Die Ersatzabgabe von 3 % ist für die meisten Zivildienstleistenden nicht einmal der Hauptgrund Zivildienst zu leisten: Die Zeiten in denen bereits in jungen Jahren die grossen Einkommen erwirtschaftet wurden, sind quer durch alle Berufsgattungen vorbei.

In der ganzen Diskussion bekleckert sich die Armee nicht mit Ruhm. Journalisten haben herausgefunden, dass die Armee ohnehin nicht alle Soldaten zu den Wiederholungskursen aufbieten kann (Quelle: Joël Widmer, “Nur Hälfte leistet vollen Dienst“, Sonntagszeitung, 30.05.2010). Im Jahrgang 1974 beläuft sich gemäss Sonntagszeitung der Anteil derjenigen, die Altershalber entlassen wurden, ohne alle Dienstage geleistet zu haben, auf 53%. Dazu kommen immer wieder Abbaupläne: Auch Bundesrat Ueli Maurer spricht von einer Reduktion um 25‘000 Mann. Vor diesem Hintergrund erscheint es rätselhaft, warum die Armee sich derart auf den Zivildienst einschiesst. Sollten beim Personalbestand tatsächlich Lücken auftreten, könnte man bei der Rekrutierung die Schraube anziehen. Bereits bei der Rekrutierung untauglich zu werden ist kein Kunststück.

Ein Teil des Rätsels Lösung ist der Kaderbereich. Immer öfter stellen die Auserwählten ihren Ausbildern ein Zivildienstgesuch in Aussicht, falls sie zum Weitermachen gezwungen werden. Dagegen wehren kann sich die Armee nicht. Besonders Gewiefte stellen ohne mit der Wimper zu zucken ein Zivildienstgesuch, im Wissen dass die Armee dann den Vorschlag zurückzieht. Der Rückzug des Zivildienstgesuchs folgt dann postwendend. Andere Zivis müssen von der Behörde zum Zwangsdienst aufgeboten werden: Wer zum Zivildienst wechselt, kann sich darauf verlassen, dass er alle Diensttage auch absolvieren muss.

Der zweite Teil des Rätsels Lösung dürfte in ideologischen Gründen liegen. Höhere Offiziere ertragen den Autoritätsverlust oftmals nicht. Plötzlich können Soldaten völlig legal den Dienst in der Armee quittieren. Erschwerend kommt hinzu, dass bei besonders betroffenen Kommandanten wahrscheinlich das Gefühl aufkommt, etwas falsch gemacht zu haben. Jeder Zivi kann mit guten Gründen nur mitleidig lächeln, wenn ihm seitens Militär vorgeworfen wird, er habe sich lediglich vor dem Militärdienst drücken wollen. Die Behauptung, Militärdienst sei wesentlich anspruchsvoller als der Zivildienst ist nicht haltbar. Genauso wenig wie in der Armee alle das Grenadiertraining durchlaufen, vergnügen sich alle Zivis im Sommer im Freibad und kassieren dafür die Erwerbsersatzordnung.

Für das Feuern aus allen Rohren gegen den Zivildienst gibt es weitere Gründe: Logischerweise sehen die Kader es lieber, wenn sich die Diskussion um den Zivildienst dreht, als etwa um die chaotische Einführung von neuen Logistikprozessen. Mit Diskussionen um angeblich weiche Drückeberger kann die Armee zeigen, dass sie den Dienst am Staat ernst nimmt. Fragen nach der hohen Untauglichkeitsquote, Wehrgerechtigkeit oder sogar der Wehrpflicht treten dann eher in den Hintergrund.

Zivildienst ist ein Dienst an der Gesellschaft. Während dem sich die Gesellschaft mit der Armee gegen mögliche Sicherheitsrisiken wappnet, sorgt u.a. der Zivildienst dafür, dass es sich überhaupt lohnt, diese Gesellschaft zu verteidigen. Auch wenn es denn Militärpolitikern gelingt, denn Zivildienst zur Strecke zu bringen, ändert sich an den Problemen der Armee nichts. Fähige Offiziere werden von ihren zivilen Vorgesetzten weiterhin angewiesen werden, den Dienst zu quittieren wie das heute schon der Fall ist. Beim Zivildienst liegen auch nicht die Milliarden, die der Armee fehlen könnten.

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33 Responses to Armee vs. Zivildienst: Wo ist das Problem?

  1. Schori says:

    Als interessierter Leser dieser gelungenen Site, kommentiere ich gerne mal die Zivildienst-Polemik aus meiner Sicht:

    Ich lese, dass Ada sich zum Zivildienst umteilen lassen, weil sie nicht auf die Sonntagswache oder Weitermachen wollen, weil sie sich vor einem Marsch drücken, etc. Hierzu eine interessante Information: Ganze 48% der Zivildienstgesuche wurden von Ada gestellt, die bereits ihre RS hinter sich haben. 25% stellen es vor der RS und 18% während der RS (http://www.sonntagonline.com/index.php?show=news&type=politik&id=587).
    Nun, fast die Hälfte der Gesuche wurde von Menschen gestellt, die die strengste Militärzeit (und das ist wohl bei allen Funktionen und Truppengattungen die RS) bereits hinter sich haben. Da frage ich mich, warum tun die das?

    Vielleicht aus dem selben Grund wie meine Wenigkeit. Ich habe bei den Inf-Aufklärern meine RS und UOS absolviert und leistete als Wm drei WK’s. Beim dritten WK musste ich frustriert sagen, dass ich mir zu Schade bin 3.5 Wochen vom Arbeitsplatz abwesend zu sein, wo ich händeringend gebraucht wurde, um 2 Wochen herumszusitzen, Bier zu trinken, Zeitungen zu lesen, zu jassen und ab und zu mit dem Eagle einen halbtägigen Ausflug zu fahren.

    Ich zog die Konsequenzen und kehrte dem teuren Herumgehocke den Rücken zu. Zwar reichte ich kein Zivilgesuch ein, meinem persönlichen Netzwerk sei dank, kann ich seither als motivierter Moderator eine sinnvolle(re) Aufgabe ausüben. Aber falls meine Umteilung nicht geklappt hätte, das Gesuch wäre rasch geschrieben gewesen. Als Mann im Büro würde ich mir eine Tätigkeit im Forstwesen oder der Landwirtschaft aussuchen, denn Krankenhäuser und Altersheime liegen mir nicht so – Abwechslung muss sein. Seht mal auf nach http://www.eis.zivi.admin.ch/ZiviEis/pages/Search.aspx?searchmode=simple
    Was für vielfältige und interessante Aufgaben und Dienstleistungen man im Zivildienst machen kann! Meiner bescheidenen Meinung nach kommt der grösste Teil dieser Aufgaben der Bevölkerung mehr zu Gute als das selbst erfahrene Herumgehocke und sinnlose ‘Militärle’.

    Bin ich deswegen ein Militärgegner, gar ein Freund der Gsoa? Beileibe nicht!!!
    Ich empfehle jedem meiner Stellungspflichtigen am Orientierungstag eine RS zu machen. Alles was ich tue ist meine Pflicht als Schweizer Bürger: Fragen stellen, In-Frage-stellen und meine eigenen Gedanken machen. Was die Armeeführung nicht erkannt hat (und damit meine ich vor allem die Milizler ab Stufe BatKdt, insbesondere auch den Chefredaktor des Schweizer Soldat, P. Forster und den Präsidenten SOG, H. Schatzmann) ist, dass das Fundament der Pyramide Armee, die einfachen Soldaten, UOF und Subalterne OF nicht mehr einverstanden ist. Die Kommunikation stimmt nicht mehr, die Ziele ergeben wenig Sinn, die Führung weiss nicht mehr wie man junge Menschen motiviert. Dabei wäre es doch so einfach: Gebt den hochmotivierten jungen Absolventen der Milak, jenen Damen und Herren mit leuchtenden Augen, mehr Verantwortung, mehr Mitspracherecht. Hört auf deren Veränderungsvorschläge, setzt sie um. Die Schweizer Bevölkerung braucht eine Armee, aber eine auf die sie Stolz sein kann, dahinter stehen kann. Wenn Soldat XY am Wochenende vom WK nach Hause kommt und die Familie fragt, was er erlebt hatte, dann sollte er vor Freude über das Erlebte sprudeln. Der Sohnemann sollte die Tage zählen bis er in die RS kann und die Frau sich über die Ungleichbehandlung von Frau und Mann ärgern, ja politisch aktiv werden, damit auch endlich die Frauen ihren Dienst leisten.
    Geschätzte Kameraden, Stabsoffiziere und höhere Stabsoffiziere, es liegt an euch, denn ihr seid die Führung! Mit Jammern wurde in der Schweiz noch nie was erreicht. Verändert diese Armee zum Guten, macht spannende, erlebnisreiche, sinnvolle WK. Und falls Ihr das nicht könnt, dann seid wenigstens integer und macht den Jüngeren Platz. Die Schweizer Bevölkerung, allen voran ich, werde es euch danken.

  2. Sehr geehrter Herr Schori,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich möchte jedoch ihre Angaben zur prozentualen Verteilung der Zivildienstgesuche mit den aktuelleren Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2009 der Vollzugsstelle für den Zivildienst vom 08. Juni 2010 präzisieren:

  3. Andre says:

    Die Debatte um den Tatbeweis und die Wehrgerechtigkeit im Allgemeinen zeigt die Mängel des momentanen Systems auf: Wer nicht will, macht setzt bei der Rekrutierung 2 falsche Kreuze und wird untauglich; Wer zur Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft (oder dank der 3% zu seinem Portmonee) steht, sich aber nicht mit dem Militär anfreunden kann, leistet Zivildienst; Und wer aus Überzeugung oder aus Freude an der Sache einen Vorschlag akzeptiert, wird später in Beruf oder Studium benachteiligt.

    Die Probleme, die im momentanen System sehe, sind also die Ungerechtigkeit, die ungleiche gesellschaftliche Anerkennung der Dienste und das WK-System.

    Die Fülle an Jobs in den heutigen Dienstmöglichkeiten erlaubt es, das “Abzahlen” der Dienstpflicht komplett wegfallen zu lassen. Die Wehrpflicht in Art 58 der Bundesverfassung spricht nicht davon, dass man die Dienstleistungspflicht mit Geld erfüllen kann. Die Verfassung spricht allerdings nur Männer an. Weshalb? Emanzipation der Geschlechter muss in beide Richtungen wirken und kann nicht zur Rosinenpickerrei verkommen. Auch gegenüber Nicht-Schweizern wäre ein Entgegenkommen denkbar: Wer der Gesellschaft einen Dienst erweist, könnte bei einer Einbürgerung bevorzugt werden.

    Die verschiedenen Dienstmöglichkeiten können nicht gleich sein . Darin liegt eine Stärke, es können passende Positionen gefunden werden. Gleich ist aber die Legitimation als Dienst an Gesellschaft und Verfassung. Deshalb braucht es auch eine freie Wahl zwischen den Möglichkeiten. Allerdings können natürlich Anreize geschaffen werden. Müssen ein Altenpfleger, eine Büroordonanz und ein Panzergrenadier wirklich den gleichen Lohn/Sold & EO-Satz erhalten? Auch eine Reform des Zivilschutz drängt sich auf. Sowohl Struktur als auch Material sind veraltet und zu unterschiedlich zwischen den Kantonen. Kann der Zivilschutz vielleicht mit den Feuerwehren mit ähnlichem Aufgabenspektrum fusioniert werden? Oder können Kompetenzen eventuell in eine neue Institution mit einer schlanken Führung (Auf Anfrage Gemeinde, nicht Kanton oder Bund) zusammengefasst werden?

    Vor allem aber hat das WK-System neben dem Milizvorteil auch gewichtige Nachteile. Mannschaft und Kader fehlen in der Wirtschaft, und ob sich das Fehlen durch andere Vorteile (Führungserfahrung, “grüne Ferien”) wirklich auszahlt, wird wohl zurecht bezweifelt. Schlauer wäre es, die Dienstpflicht (in allen Dienstmöglichkeiten) nach Abschluss der Erstausbildung (Lehre/Studium) am Stück a la Durchdiener einzufordern. Die Pflichtigen stehen für die Aufgabe länger zur Verfügung, können intensiver Erfahrung sammeln und stehen nachher mit (Führungs-)Erfahrung, aber ohne Restpflicht bereit für das Berufsleben. Das WK-System könnte allenfalls für Stäbe beibehalten werden, welche dann für Wochen zu den bestehenden Einheiten stossen würden.

  4. Claudia-Tatjana says:

    Will you ever post about COIN (especially from the European point of view)? I am writing my doctorate on how COIN will influence Global Security within the next 30 years. Anything from a European Military ´Visionär´ would be highly appreciated…..(Unfortunately the French COIN Blog ´En Verite´ has (or was) closed down….

  5. Anonymous says:

    Erstmals Herzlichen Dank für den interessanten Artikel. Es ist immer wieder eine Freude die gut recherchierten Artikel auf dieser Homepage durchzulesen. Positiv überrascht mich auch, dass konträre Meinungen ebenfalls ihren Platz haben – dies bereichert natürlich die Diskussion.

    Ich selbst bin von der stabil hohen Zahl an Abgängen in den Zivildienst überrascht. Vor allem auch in Hinblick auf die doch deutlich erhöhte Anzahl Gesamtdienstage im Vergleich zum Soldaten (390 vs. 262 Diensttage). Es scheint mir wichtig zu erkennen, dass der junge Schweizer Bürger des 21. Jahrhunderts auch während des Armeeeinsatzes offenbar auf der Suche nach einer „sinnvollen“ Tätigkeit ist. Altruistische Motive scheinen mir da neben den rein pragmatischen Aspekten des Zivildienstes (weniger Einschränkungen der persönlichen Freiheit, respektorientierter Umgangston, kein Weiterbildungszwang) erstaunlich weit vorne zu stehen! Es gibt also keinen Rückgang der generellen „Dienstbereitschaft“ des jungen Schweizer Bürgers sondern eine verstärkte „Sinnsuche“ im Auftrag (Im Sinne von wenn ich schon Dienst leiste, dann gleich etwas was der Gesellschaft als Ganzes dient). Es ist logisch, dass eine konventionell strukturierte Milizarmee (im Prinzip immer noch ein Infantierie-Massenheer) keine so individuellen Antworten liefern kann wie ein ziviler Ersatzdienst mit individueller Wahlmöglichkeit bezüglich des Einsatzspektrums. Kurz gesagt: Der Zivildienst liefert nicht nur die aktuelleren Antworten auf den Zeitgeist, sondern liefert auch noch das individueller ausgestaltbare Dienstmodell!

    Die Wiedereinführung der Gewissensprüfung halte ich für den falschen Weg. Dies wird nämlich das Grundproblem, (die fehlende Motivation/Bereitschaft zum entbehrungsreichen Militärdienst) nicht beheben. Es wird nur wieder eine (Zurück-)Verschiebung der Austrittswelle vom Zivildienst her zurück zum (ursprünglichen) blauen Weg mit sich bringen. Denn bereits heute kann trotz allgemeiner Wehrpflicht kaum ein Ada gegen seinen ureigensten Willen auf Dauer in der Armee gehalten werden – Die Schlupflöcher sind zu mannigfaltig! Die stabil hohen Abgänge in den Zivildienst sind meiner Meinung nach zum grössten Teil hausgemacht. Die Armee selbst ist hier gefordert. So muss endlich die Entschädigung von Milizangehörigen ein konkurrenzfähiges Niveau erreichen (Die aktuellen EO-/Sold- und Zulagenansätze sind ein Witz!), die Anzahl Gesamtdiensttage weiter reduziert werden und die Armee in Richtung einer an realen Bedrohungen ausgerichteten sowie multifunktionalen aber von der Grösse her überschaubaren Milizarmee mit hohem Durchdieneranteil umgebaut werden.

    Besonders erschrecken müsste die Armeespitze, dass fast die Hälfte aller Abgänger aus dem Armeedienst Ada‘s mit viel Erfahrung sind. Hier wird einmal mehr demonstriert, dass die militärischen Verbände mit der nach wie vor viel zu hohen Anzahl an Pflicht-WK-Tagen zu einem grossen Teil offenbar nichts kohärentes anzufangen wissen. Ob das an fehlender Bereitschaft, fehlender Befähigung, mangelhafter Führung oder an der desaströsen Logistik liegt, will ich hier nicht spekulieren.

    Als letztes noch eine Notiz zu den Grenadiereinheiten, die offenbar mit einer besonders tiefen Abgangsquote „positiv“ herausstechen. Hierzu muss ich anmerken, dass der Vergleich zu anderen Truppengattungen nicht fair ist, da es sich bei den konventionellen Grenadieren ausschliesslich um Freiwillige Ada’s handelt, während man die „Unfreiwilligen“ zur konventionellen Infanterie abschiebt! Die Zahlen lassen sich also nicht objektiv vergleichen.

    MFG

    ArgonNova
    zurzeit aktiver Angehöriger der Schweizer Armee

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  8. Markus Stucki says:

    Es ist eigenartig, dass dieser Blog einer der nicht allzu vielen Orte ist, wo derartige Diskussionen öffentlich ausgetragen werden können. Umso mehr ein Kompliment an die Macher, da ist viel Zeit und Leidenschaft mit drin.

    Was die Diskussion über den Zivildienst oft ausseracht lässt, ist dass eine ganz gehörige Anzahl junger Männer lieber weder zum Zivlidienst noch zur Armee gehen, sondern von vornherein den Zilvilschutz anstreben. Klar, die bezahlen danach Wehrpflichtersatz, und es ist zu vermuten, diese Männer hätten wohl auch nicht unbedingt als Kadernachwuchs dienen wollen. In gewissen Fällen gibt es ja sogar Deals mit dem Arbeitgeber: Der Arbeitgeber übernimmt den Wehrpflichtersatz, wenn der Arbeitnehmer bloss darauf verzichtet, für längere Zeit militärisch nicht verfügbar zu sein. Statt über zunehmende Zahlen von Zivildienstlern alarmiert zu sein, sollte man zuerst einmal genauer hinschauen, was jemanden dazu bewegt, ohne weitere ernstzunehmde Krankheitsgründe automatisch den Zivilschutz – und nicht den Zivildienst – anzustreben.

    Dabei hat auch die Armee keine glänzende Weste. Bei einem Bekannten von mir waren in der ersten Woche der Rekrutenschule so viele Rekruten eingeteilt worden, dass manche in Zivilschutzanlagen ausserhalb der Kaserne übernachten mussten. In der ersten Woche wurde man faktisch vor die Wahl gestellt: Jeder, der während der ersten Woche aus irgendeinem Grunde zum Kasernenarzt ging, wurde sofort zum Zivilschutz umgeteilt.
    Derartige Geschichten machen sich nicht besonders gut in der Diskussion um den Zivildienst.

    Oder eine andere, ähnliche Geschichte, die ebenfalls kein glänzendes Licht auf die Armee fallen lässt: Ein anderer Bekannter von mir, welcher zu den Fahrradtruppen eingeteilt wurde, verliess bald nach seinem Studium die Schweiz und lebte mehrere Jahre im Ausland. Alles Armeematerial wurde abgegeben. Als er nach mehreren Jahren wieder zurück in die Schweiz kam – inzwischen waren die Fahrradtruppen abgeschafft -, erhielt er prompt einen Marschbefehl. Er musste/durfte sämtliches abgegebenes Armeematerial wieder in einer Kaserne abholen gehen. Danach wurde er immerhin für einen Schreibtischjob im VBS eingesetzt.
    Aus Sicht der Gerechtigkeit – jeder Schweizer ist theoretisch wehrpflichtig – mag diese Behandlung einleuchtend sein. Wenn gleichzeitig jedoch andererseits die Armee damit zu kämpfen hat, alle WK-Soldaten auch irgendwo unterzubringen, dann leuchtet diese Behandlung nicht ein. Und nicht zuletzt ist es fragwürdig, ob durch das Einteilen zur Schreibtischarbeit nicht eine Arbeitsstelle, welche womöglich durch einen regulären Arbeitsplatz hätte belegt sein müssen, von Seiten des VBS eingespart wurde.

    Als dritten Punkt sei darauf hingewiesen, dass Zivildienstler in einer Hinsicht sozusagen schlechter gestellt sind als Armeeangehörige: Sie haben keine Möglichkeit zum “Weitermachen”. Dieses Argument klingt vielleicht zuerst absurd. Tatsächlich ist es aber so, dass nicht wenige Zivildienstleistende mit grosser Motivation ihre Einsätze, beispielsweise einen Auslandeinsatz, durchführen. Nehmen wir das Beispiel eines jungen Mannes, welcher später gerne im humanitären Bereich arbeiten würde. Gerade für so einen Mann wäre es überaus vorteilhaft, er könnte erst den normalen Zivildienst absolvieren (beispielsweise in einem Einsatz zuhause und einem Einsatz im Ausland), und dann, nach einer gewissen Weiterbildung (entsprechend einer “Unteroffiziersausbildung”), einen weiteren Einsatz im Ausland mit grösseren Aufgaben und mehr Verantwortung. Diese Möglichkeit besteht heute nicht, was vermutlich damit zu erklären ist, dass der Zivildienst (und auch Zivilschutz) auch heute noch “rein negativ” definiert wird: Zivildienst (und Zivilschutz) leisten jene, die NICHT Militärdienst leisten.
    Diese Haltung entspricht jedoch heute meines Erachtens nicht mehr den gesellschaftlichen Gegebenheiten. Es gibt durchaus motivierte junge Männer (und eigentlich auch Frauen – aber die haben diese Möglichkeit nicht), welche gerne Zivildienst leisten, weil sie proaktiv die Welt mitgestalten wollen – und nicht bloss, weil sie sich in einem Konflikt mit ihrem Gewissen befinden. Etwas plakativ ausgedrückt möchten diese jungen Männer lieber proaktiv dazu beitragen, dass keine Konflikte (sozialer, geopolitischer oder sonstiger Natur) entstehen, als zu lernen, im Falle eines Konfliktes das eigene Land zu schützen. Das Potential dieser Männer wird dabei nicht nur nicht ausgeschöpft, sondern sie werden durch die geltenden Bestimmungen auch noch daran gehindert, dies im gleichen Masse zu tun wie ein Angehöriger der Armee.

  9. Wenn es nach dem Bundesrat geht, wird das Bundesgesetz über den zivilen Ersatzdienst bis 2013 nicht geändert. Das heisst, dass die Absolvierung des Zivildienstes durch den Tatbeweis bestehen bleibt. Gemäss einem Bericht des Volkswirtschaftsdepartements lasse die Bundesverfassung das System mit dem Tatbeweis zu. Ausserdem gefährde die grosse Zahl von Gesuchen die Armeebestände mittelfristig nicht. Handlungsbedarf bestehe vor allem auf Seiten des Zivildienstes, der den Vollzug trotz der rasch wachsenden Zahl von Zivildienst leistenden Personen gewährleisten müssen. Auf der Verordnungsstufe sollen deshalb Massnahmen getroffen werden, die zur Senkung der Gesuchszahlen und zur besseren Bewältigung der Gesuche beitragen.

    Quelle: “Der Bundesrat will am Tatbeweis nicht rütteln“, NZZ, 23.06.2010.

  10. ArgonNova says:

    Merci für den Hinweis auf den interessanten NZZ-Artikel, Herr Administrator!
    Der Bundesrat hat meiner Meinung nach richtig entschieden. Trotzdem besteht meiner Meinung nach bei der aktuellen Zivildienst-Regelung noch Optimierungsbedarf. Den Tatbeweis halte ich in der aktuellen Konfiguration (Faktor 1.5) für gut ausbalanciert. Eine weitere Steigerung würde vor allem der Volkswirtschaft Schweiz noch mehr schaden und der Armee gleichzeitig nur marginalen Nutzen bringen.
    Zu Recht wird der Zivildienst in Zukunft die Wahlmöglichkeiten der Zivildienstleistenden bezüglich Einsatzzeitpunkt sowie Einsatzort einschränken. Ein Armeeangehöriger kann ja sein WK-Aufgebot auch nicht aussuchen. Ausserdem führt die erhöhte Nachfrage nach Zivildiensteinsätzen automatisch zu einer Verknappung des Zivildienststellenangebotes. Desweitern sollte meiner Meinung nach die obligatorische Wartefrist für den Übertritt in den Zivildienst von aktuell 4 auf 12 Wochen erhöht werden. Damit können unreflektierte, aus einer spontanen Laune heraus getätigte Übertitte in den Zivildienst effektiv reduziert werden! Zudem sollte meiner Meinung nach an einem Tabu unbedingt gerüttelt werden: Armeeangehörige sollten in Zukunft für Ihren physisch sowie psychisch in der Regel anspruchsvolleren Dienst die höhere Gesamtentschädigung als ein Zivi erhalten.
    Interessante Einblicke liefert auch eine provisorische Schätzung des durch die neue Zivildienst-Regelung verursachten Personalabganges bei der Armee. Mit der alten Zivildienst-Regelung wurden ca. 1‘800 Gesuche pro Jahr gestellt. Der jährliche Verlust in Battallions-Äquivalenten (1 Battallionsäquivalent = ca. 900 Ada‘s) belief sich also bis 2008 auf maximal zwei. Im Jahr 2009 haben 7‘200 Ada’s freiwillig in den Zivildienst gewechselt, was ziemlich genau acht Battallionsäquivalenten entspricht. Das heisst, im Jahr 2009 sind der Armee mit der neuen im Vergleich zur alten Zivildienstzulassungsregelung zusätzliche sechs Battallionsäquivalente (oder ca. 5‘400 Ada‘s) abhanden gekommen. Ich glaube nicht, dass es in den nächsten Jahren zu so vielen Zivildienstgesuchen kommt wie im letzten Jahr. Im Jahr 2009 war ein Startbonus dabei, der alle Ada’s, die früher schon einmal in den Zivildienst wechseln wollten, (aber wegen der strikteren Zulassungsregelung noch nicht konnten) miteinschliesst. Ich rechne deswegen mit einer Stabilisierung der Zivildienstgesuchszahlen in den nächsten Jahren auf einem tieferen Niveau. Erst wenn die Zivildienstgesuchszahlen des Jahres 2010 bekannt sind, lässt sich der jährliche Verlust der Armee an Ada’s approximativ schätzen. Diese Zahlen zu kennen ist für die Armeeplaner von vitalster Bedeutung: Ihre Planspiele für eine reduzierten Bestand von 95‘000 aktiven Ada’s könnte durch stabil hohe Abgänge in den Zivildienst jäh durchkreuzt werden. (Die Abgänge in den Zivildienst sind nämlich in diesem Modell noch nicht berücksichtigt, sondern nur der demographische Wandel!)

    Freundliche Grüsse

    ArgonNova
    zurzeit aktiver Angehöriger der Schweizer Armee

  11. Markus Stucki says:

    @ArgoNova:
    “Ausserdem führt die erhöhte Nachfrage nach Zivildiensteinsätzen automatisch zu einer Verknappung des Zivildienststellenangebotes.”

    Natürlich ist das nicht der Fall. Jeder Ökonom wird ihnen gerne erklären, dass zunehmende Nachfrage nach einem Gut ceteris paribus keineswegs zu einer Verknappung des Angebots führt. (Hier werden zwei Begriffe verwechselt.) Eine zunehmende Nachfrage nach einer gleichbleibenden Anzahl Stellenangebote im Zivildienst führt hingegen zu einer Situation, in welcher die Konkurrenz um die begehrten Plätze erhöht ist. Das heisst: Die vorhandenen Stellen werden insgesamt durch qualifiziertere Leute besetzt werden, während mehr verhältnismässig unqualifizierte Personen Probleme haben werden, einen angemessenen Zivildienstplatz zu finden. Inwiefern langfristig durch die erhöhte Nachfrage das Angebot an Zivildienstplätzen steigt oder ob es gleich bleibt, lässt sich jedoch nur schwer vorhersagen.

    “Armeeangehörige sollten in Zukunft für Ihren physisch sowie psychisch in der Regel anspruchsvolleren Dienst die höhere Gesamtentschädigung als ein Zivi erhalten.”

    Erklären sie mal einem Zivildienstleistenden, der z.B. in Tansania in einem Spital sterbende HIV-Kranke betreut, dass sein Job physisch und psychisch weniger anspruchsvoll ist, als Armeedienst, und er deshalb auch weniger Geld verdienen soll.
    Genauso, wie es im Armeedienst grössere Unterschiede der Belastung für Armeeangehörige gibt, gibt es auch im Zivildienst grössere Unterschiede der Belastung. Es ist absurd, hier noch einmal weiter differenzieren zu wollen.

    “Der jährliche Verlust in Battallions-Äquivalenten”

    Auch das zeigt eine inzwischen gesellschaftlich überholte Sichtweise auf die Armee, auf ihren Auftrag und auf den Zivildienst. Dieser “Verlust” von dem hier die Rede ist, ist erstens gar kein Verlust, weil diese Leute sowieso keinen Armeedienst gemacht hätten. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie, gäbe es keinen Zivildienst, schlicht und ergreifend zum Zivilschutz übergewechselt hätten. Und auch damit wären sie für den Armeedienst nicht zur Verfügung gestanden. Oder aber sie hätten Armeedienst geleistet – mit der geringstmöglichen Motivation und Einsatzbereitschaft. Was sicher überaus motivierend für jeden Vorgesetzten der Armee ist.
    Zweitens bedeutet dieser angebliche Verlust einen Gewinn für die Gesellschaft. Im Zivildienst wird wertvolle Arbeit verrichtet, die vielen zugute kommt. Es werden öffentliche Gärten instandgestellt, es werden betagte Menschen bei ihren Alltagsgeschäften begleitet, es wird humanitäre Arbeit verrichtet usw.
    Es ist nicht einzusehen, weshalb immer wieder, vor allem von der politischen Rechten, so getan wird, als seien all diese sozialen Leistungen weniger wert, als Armeedienst.
    Drittens wird damit unter den Tisch gewischt, dass die Armee selbst es ebenfalls ist, welche in Tat und Wahrheit ziemlich viel daran setzt, ihre eigenen Truppenbestände zu verringern (und gleichzeitig zu professionalisieren).

    Nicht zuletzt wäre es wohl überaus interessant, mal eine Vollkostenrechnung aufzustellen. Was kostet ein einzelner Soldat den Staat über die gesamte Dienstzeit hinweg? Und was ein Zivildienstleistender? Vielleicht hat der Admin da ja noch mehr Informationen in dieser Hinsicht?

    • @Markus Stucki
      Betreffend der Kosten im Zivildienst gibt der Geschäftsbericht 2009 der Vollzugsstelle für den Zivildienst vom 08. Juni 2010 Aufschluss:

      Im Vergleich kostet ein Soldat 34,76 SFr pro Diensttag (2009). In diesem Betrag ist Sold, Unterkunft, Verpflegung, Aufwendungen für Land- und Sachschaden, Telefonie und Postdienstleistungen enthalten, wobei vor allem die Verpflegung, der Sold und der Transport mit einem hohen Anteil enthalten ist. Im Gegensatz zu den Kosten eines Zivildienstleistende werden bei den Kosten eines Soldaten jedoch keine “Erträge” (beispielsweise Einsparung von Sicherheitspersonal, Logistik, Transport usw.) abgezogen. Ein direkter Vergleich der beiden Beträge ist somit nur eingeschränkt möglich.

      Bei beiden Kostenberechnungen sind keine volkswirtschaftlichen Kosten (EO, Kosten von Betrieben usw.) berücksichtigt.

  12. Roman says:

    Interessante Diskussion. Das System scheint tatsächlich gewisse Ungereimtheiten zu haben. Ich sehe es aber auch so, dass der Wille einen sinnvollen Dienst an der Schweiz und der ganzen Gesellschaft zu erbringen hoch ist. Ich finde, dass eine generelle Dienstpflicht für jedermann (ob auch Frau mag ich nicht beurteilen) aufrecht erhalten werden soll. Drückeberger sollen aber gleich am Anfang heraus gefiltert werden. Diese Schaden dem Militär noch mehr aber dem Zivildienst, der den guten Namen für motivierte und fähige Dienstleister verlieren könnte. Wer lieber zahlen will soll das machen (gibt wahrscheinlich gute Gründe dafür). Jeder Dienstgewillte soll dann eine Gesundheitsprüfung unterzogen werden, die in mögliche Kategorien wie “Militär tauglich” > “Zivilschutz tauglich” > “Zivildienst, nicht körperlich, tauglich” > “absolut untauglich” münden kann. Danach herrscht freie Wahl, insofern die entsprechende Tauglichkeit erfüllt ist… je nachdem ist die Dienstzeit aber unterschiedlich, womit Angebot und Nachfrage insb. für die Armee geregelt werden kann. Ebenso mit dem Tarif für Drückeberger…

    Mein Modell Vorschlag:
    http://vksgo.ch/files/Dienstmodell_RH.png
    Was meint ihr dazu?

    Beste Grüsse =)

  13. Die Vollzugsstelle für den Zivildienst veröffentlichte ein sehr gut gemachtes Werbe-Video. Das Video ist zwar bereits rund ein Jahr alt, aber gemäss den Aufrufen (rund 1’700) recht unbekannt – eigentlich schade. Im Januar 2010 wurde der Vorsteher des VBS, Bundesrat Ueli Mauer in einer Veranstaltung darauf angesprochen, ob es der Armee nicht auch gut tun würde, etwas Werbung zu machen und sich so der Öffentlichkeit besser zu verkaufen. Leider sieht er dazu keine Notwendigkeit…..

  14. Pingback: Zu Besuch am Orientierungstag für angehende Rekruten /  Fricktaler Offiziere

  15. Glur says:

    Ich kann ArgonNova’s Kommentar nicht folgen.

    “Zudem sollte meiner Meinung nach an einem Tabu unbedingt gerüttelt werden: Armeeangehörige sollten in Zukunft für Ihren physisch sowie psychisch in der Regel anspruchsvolleren Dienst die höhere Gesamtentschädigung als ein Zivi erhalten.”

    Ich war in einer MP Grenadier RS und bin nun aus überzeugung zum Zivi gewechselt. Meinen Zivi Einsatz habe ich auf einer primitiv eingerichteten Alp Hütte verbracht. Mein Zivi Einsatz war bei weitem nicht weniger anstrengend als ein Tag als MP Gren. Ich krampfte von Morgen früh bis Abends späht (Holzen, Zaunen, schleppen, von Hand mähen ect). Ich nahm pro Woche ca 2-3kg ab und war schon damals sehr sportlich. Ich finde es eine Frechheit wenn Sie sich zumuten die Lage zu beurteilen ohne je einen solchen Einsatz gemacht zu haben.

    Klar beim Zivieinsatz liegt es an mir wieviel Einsatz ich gebe, aber wiso auf dem System rumhacken wenn es eigene Probleme gibt? Weshalb nicht hinterfragen warum so viele Soldaten dem Militär davon laufen? Villeicht hätte ja gerade der Zivi wichtige Lösungsansätze:

    -Wehrpflicht freiwillig
    -Einsätze frei planbar (Ich entscheide wann und wieviel ich am Stück mache)
    -Einsatzart frei planbar (Ich entscheide wo und was ich eine Sinvolle Gattung finde)
    -Repsektvollen Umgang miteinander (ich bin Soz.Päd am studieren und viele Leute im Militär haben oft nichts von natürlicher Autorität gehört)

    Klar gibt es einige probleme bei der Umsetztung, doch mir erscheint im Gespräch mit vielen anderen ex Soldaten und Kader gerade dies die wichtigen Vorzüge vom Zivi, villeicht schneidet sich das Militär eine Scheibe davon ab!

    • Reto says:

      “Ich entscheide wann und wieviel ich am Stück mache”
      “Ich entscheide wo und was ich eine Sinvolle Gattung finde”

      Ziemlich weltfremde Einstellung; versuchen Sie mal Ihrem Vorgesetzten (im zivilen Leben, nota bene) so ein Konzept schmackhaft zu machen…

      Viel Erfolg !

  16. François says:

    @Reto
    Weltfremde Einstellung? Aber nicht doch. Das von dir erwähnte «zivile Leben» ist für viele von uns das Normale (was es auch hinfällig macht, es als «zivil» zu bezeichnen). Ich habe selber Dienst gemacht, bin froh, vor 4 Jahren abgegeben zu haben und kann mit ein paar Jahren Abstand auch sagen: Respekt vor den Zivis. Es ist einfacher, mit ein paar anderen herumzumarschieren, -blödeln, -robben etc. als mehr oder weniger auf sich alleine gestellt eine Herausforderung anzunehmen. So gerne man darüber witzelt, ist es häufig doch schwieriger, jemandem den Hintern abzuwischen oder ihn im Rollstuhl umherzustossen als eine HG zu werfen (Tipp: probiers mal aus, wenn du es nicht glaubst). Und was ich auch festgestellt habe: Spätestens seit der Armee 95 ist für «normale» Arbeitnehmer die Armee nicht etwa ein Bonus, sondern eine Last. Lieblingsfrage bei der Einstellung: «MÜSSEN Sie noch ins Militär? Ach nicht? Gottseidank!» So viel zum Thema Arbeitgeber und «Wert» der Diensterfahrung …

    • Reto says:

      @François

      Ich zweifle nicht an der Leistung der Zivis. Meine Bemerkung bezieht sich auf die Vorstellung von Glur, wonach der Zivi selber über sämtliche Aspekte seiner Tätigkeit entscheiden soll (Zeitpunkt, Dauer, Sinn, etc…). Ich finde das eine weltfremde Einstellung, weil ich in meiner “normalen” Tätigkeit meistens auch nicht darüber entscheiden kann wann ich was für wie lange machen darf, soll, etc… Man hat mich noch nie gefragt, ob ich Lust habe, eine Geschäftreise anzutreten oder nicht, oder ob ich lieber das Projekt A, B oder C betreuen möchte. Es gibt nie eine “freie Wahl”.

      Betreffend der Last des Militärdienstes, den Du ansprichst: bei mir wird auch gemeckert, wenn ich wieder mal in den Dienst gehe. Wenn ich mir aber anschaue, was sonst noch alles im Betrieb schief läuft, kann man sich schon fragen, ob die Dienstpflicht wirklich eine Match entscheidenede Rolle spielt…

  17. ArgonNova says:

    Seit gestern ist folgender Bericht zur Zivildienstzulassung auf der offiziellen Armee-Homepage aufgeschaltet, der die neusten Facts und vom Bundesrat daraus abgeleitete Massnahmen genauer auflistet:

    Auswirkungen der Tatbeweislösung beim Zivildienst: Massnahmen seitens VBS (http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/21503.pdf)

    Ich habe die zwei meiner Meinung nach interessantesten Passagen aus dem Bericht kurz herauskopiert und kommentiert. Diese Auslese ist äusserst selektiv und ersetzt keinesfalls das systematische Durchlesen des Berichtes!

    Kategorien der Zivildienstgesuchsmotivation (Unterscheidung gem. VBS!)
    – Gewissensgründe
    – Militärkontextuelle Gründe (Kameradschaft, Vorgesetzte)
    – Psychische/physische Probleme
    – Einfache Reaktion (= kurzfristige, ereignisbezogene Unzufriedenheit)
    – Generelle Motivationsprobleme und negative Einstellung in Bezug auf den Mi-litärdienst

    Kommentar:
    Das VBS scheint erpicht darauf zu sein, die Kandidaten mit echten Gewissensgründen von den Kandidaten mit „vorgeschobenen“ Gewissensgründen in Zukunft zu unterscheiden. Das ab RS-Start 01/2011 neu eingeführte „Gespräch Zivildienstgesuche“ (GZG) soll offenbar helfen, die wahre Begründung für ein eingereichtes Zivildienstgesuch vor- oder nachträglich zu eruieren. Ausserdem können damit wohl erstmals genaue Zahlen zu der „Beliebtheit“ der verschiedenen Kategorien der Zivildienstgesuchsmotivation erhoben werden. Mit dem GZG begibt sich das VBS allerdings auch auf ein ethisches Minenfeld: Denn was genau ein „echter“ Gewissensgrund oder ein „anderer“ Grund für ein Zivildienstgesuch darstellt, steht in keinem Armee-Reglement. Somit dürfte im Einzelfall die Schubladisierung in Kategorien der Zivildienstgesuchsmotivation nach Gutdünken der selbsternannten „Experten“ erfolgen, was der Willkür Tür und Tor öffnet.

    Gesuchzahlen / Gesuchszeitpunkt
    Im Jahre 2009 wurden insgesamt 7099 Zivildienstgesuche (100%) gestellt, davon:
    – 31.3 % (2222) vor der Rekrutenschule;
    – 20.1 % (1427) während der Rekrutenschule;
    – 48.6 % (3450) nach der Rekrutenschule.

    Im Jahre 2010 wurden in der Zeit von Januar – Oktober insgesamt 6062 (100%) Gesuche gestellt, davon:
    – 39 % (2366) vor der Rekrutenschule;
    – 10.8 % (655) während der Rekrutenschule;
    – 50.2 % (3041) nach der Rekrutenschule.

    Kommentar:
    Ich muss meine eigene Prognose in meinem vorangehenden Kommentar offenbar deutlich revidieren. Ich war für das aktuelle Jahr von einem deutlichen Rückgang der Zivildienstgesuche ausgegangen. Die aktuellen Zahlen vom VBS für den Zeitraum Januar bis Oktober 2010 belehren mich allerdings eines Besseren. Die Gesamtanzahl Zivildienstgesuche könnte Ende diesen Jahres sogar noch etwas höher zu stehen kommen als im 2009. Der Trend zum Zivildienst ist bei den jungen dienstpflichtigen Männern also weiterhin ungebrochen. Die Gründe für diesen Trend sind an anderer Stelle hier bereits ausführlich diskutiert worden.

    Freundliche Grüsse

    ArgonNova

    • Vielen Dank für diese Informationen.

      Natürlich will das VBS herausfinden, wer ohne Gewissenskonflikt in den Zivildienst wechselt, denn offensichtlich ist die interne Auffassung, dass dies ein beträchtlicher Teil der Gesuchssteller ausmacht (sonst würden die vorgeschlagenen Massnahmen kaum Sinn machen). Sollte sich diese Auffassung bestätigen, dürfte dies als politischer Hebel zur Verschärfung der Zivildienstzulassung eingesetzt werden. Ausserdem sind die wahren Gründe bei “vorgeschobenen” Gewissenskonflikte interessant festzustellen, wobei ich bei den Korrekturmassnahmen keinen sehr grossen Spielraum sehe. Insbesondere dürfen Gesuchssteller nach Rückzug ihres Gesuches im Vergleich zu den restlichen Rekruten nicht bevorzugt behandelt werden (beispielsweise bei Funktionszuteilungen, Urlaubsbewilligungen, Sonntagswachen usw.).

      Nicht zu vergessen ist, dass der Zivildienstersuchende auf dem Gesuchsformular mit seiner Unterschrift erklärt, den Militärdienst mit seinem Gewissen nicht vereinbaren zu können. Meine Interpretation einer solchen Unterschrift ist, dass sich der Rekrut damit unmissverständlich auf Gewissensgründe beruft und deshalb kein Gespräch durchzuführen ist ;-) . Nein, ernsthaft, vermutlich werden alle Gesuchssteller durch dieses Gespräch geschleust, denn eine Triagierung scheint mir willkürlich – Einheitsberufsoffiziere sind in der Regel weder Psychologen, Psychiater, Philosophen noch Priester. Ausserdem finde ich, stellen sich rechtliche bzw. disziplinarrechtliche Fragen, sollte ein Zivildienstersuchender (mit unterschriebenem Formular) nach zwei Wochen zugeben, dass gar kein Gewissenskonflikt vorliegt.

      Besonders stutzig macht mich Punkt 3.2, welcher bei einer Motivationsproblematik keine weiteren Massnahmen und einen verbleib in der Rekrutenschule festhält. Heisst das nun, sollten im Gespräch Zivildienstgesuch (GZG) Motivationsgründe als ausschlaggebend hervortreten, dass keine Zulassung zum Zivildienst erfolgt? In diesem Fall wäre das GZG faktisch doch eine “Gewissensprüfung light”. Ich erachte deshalb das GZG als höchst fragwürdig – dass die Erhebung der Gesuchsgründe für die Armee interessant sein könnte, ändert daran nichts. Betreffend Zivildienst habe ich der Armee einen Gratistip: lernt es zu akzeptieren!

    • Sebastian Schmid says:

      Also das interessanteste dabei finde ich ja, dass 6 000 Gesuche pro Jahr doch sehr viele sind. Wenn man bedenkt, dass die Armee pro Jahr etwa 21 000 Leute rekrutiert.

      Wahrscheinlich erkennen einfach immer mehr Menschen die Sinnlosigkeit unserer Armee. Es ist halt ganz einfach so, dass unsere heutige Schweiz keinen solchen anachronistischen Koloss, wie es die Armee eben ist, braucht.

      Natürlich will auch ich nicht keine Armee für die Schweiz. Aber ich hätte gerne nur die Besten. 10-20 tausend Mann… ein paar Jets, Helis, Panzer. Volles Programm! Spezialisten halt, aber richtige, nicht so wie die von der Polizei.
      Man könnte doch die Armee zehnmal kleiner machen aber das Butget nur halbieren:) Stellt euch das mal vor!

      Für mich ist der Fall klar. Jeder weiss, dass die schweizer Armee keinen Sinn macht, weil:
      -Die Schweiz keine Feinde hat. Jedenfalls keine, mit denen sie in militärische Konflikte geraten könnte, geschwiege denn sollte.
      -Die Schweiz im Falle eines militärischen Konfliktes, trotz der guten Armee, wahrscheinlich unterliegen würde.
      -Die Schweiz sich, im schlimmstem Falle, auf diplomatischen Weg freikaufen würde.
      (Man bedenke hier die Stellung der Schweiz im 2. Weltkrieg. Ich betone hier Weltkrieg!- Was für meine Vorstellungskraft die gröstmögliche milit. eskalation bedeutet.)

      Ausserdem kostet die Armee sehr viel Geld und Zeit.
      Ich denke ihr wisst besser als ich, wie viel davon verschwendet wird.
      Ich glaube dies ist das gröste Problem der Armee. Bei einem so offensichtlichen Missbrauch der Ressourcen wird dem heutigen rationalen und nachhalltigen Schweizer, dessen Werte so ganz anders sind, schlecht.

      Schweizer verschwenden nicht gern Zeit. Weil sie die zum Geldverdienen brauchen können. Was bedeutet, dass sie auch nicht gerne Geld verschwenden.

      Wenn man zuviel Zeit hat, beginnt man sich zu Fragen. Und man sucht Antworten. Und dann sucht man einen Sinn.
      Je gebildeter oder intelligenter jemand ist, desto mehr Fragen stellt er und desto mehr Antworten findet er. (Desswegen springen so viele dadas und ufos ab)

      freundliche Grüsse
      Sebastian Schmid

      Ich bin Zivi. Mit gewissensprüfung. Von Anfang an. Mein Vater war Hauptmann.

  18. Pingback: Zurück an der Tastatur und 28C3 Vorbereitungen | Offiziere.ch

  19. Pingback: Keine sinnvolle Alternative zur Wehrpflicht | Offiziere.ch

  20. Ich war als Feldpost Unteroffizier bei der Armee tätig und habe 5 WK` s absolviert, dann ist mir der Kragen geplatzt. Ich musste feststellen, dass die Armee ein Idiotenverein / Kindergarten ist. Immer diese Kommentare während des WK` s und am Arbeitsplatz : Unteroffizier ist der grösste Dreck in der Armee; Unteroffiziere sind Arschlecker; Der Vergleich zu den hohen Tieren, die es angeblich gezeigt haben……….. Ich wurde in der Armee gemobbt, das ist ne absolute Schande, besonders von den frustrierten Soldaten musste ich mir immer abartige Scheisse anhören. Ich wurde zum Weitermachen gezwungen. Ich nervte mich immer sehr als ich Militärdienst leisten musste. Mittlerweile bin ich nicht mehr bei der Armee, Zivildienst leiste ich auch nicht, ich habe mich über / bei einem Psychiater als untauglich stempeln lassen. Wegen den Märschen mit der schweren Packung kriegte ich ne riesen Brust und nen Buckel. Fuck Army! Armee ist was für arme Schweine die sich behaupten wollen.

  21. Auf http://militaeroderzivildienst.ch gibt es noch einen etwas anderen Vergleich zu diesem Thema.

    • Froschn says:

      Heisst das jetzt Zivildienst macht man nur weil man mehr Zeit für sich hat und dafür auch noch besser entlohnt wird? Ich Naivling habe bisher immer gedacht Zivildienst macht man weil man Militär nicht mit dem Gewissen vereinbaren kann oder weil man Zivilidienst als den sinnvolleren Dienst an der Gesellschaft betrachtet. Offensichtlich geht es dabei aber nur um egoistische Motive!

      • Die Rechnung 18h x 204,5 Tage bildet die Realität nicht wahrheitsgetreu ab. Bei den 18h sind Mahlzeiten, Ausgänge, Urlaub, Reisezeit usw. enthalten, bei der Berechnung der Zivi-Stunden 8 x 280 sind beispielsweise die Mahlzeiten und die Reisezeit nicht berücksichtigt. Auch bei den Übernachtungen: lange nicht alle Zivildienstleistenden haben einen Platz in der Nähe ihres Wohnortes oder können zu Hause übernachten.

        Es ist auch nicht mehr so einfach beim Zivildienst angenommen zu werden, wie es vor ca. 2,5 Jahren der Fall war. Seit 01. Februar 2011 ist das Vorgehen so, dass die Vollzugsstelle frühestens nach Ablauf einer vierwöchigen Bedenkfrist nach dem Eingang des Gesuches entscheidet – der Entscheid kann auch negativ ausfallen. Nach Ablauf der Bedenkfrist teilt die Vollzugsstelle dem Gesuchsteller mit bis wann er in Papierform oder elektronisch mitteilen muss, ob er am Gesuch festhält oder ob er es zurückzieht. Trifft innert dieser Frist keine Mitteilung ein, so tritt die Vollzugsstelle auf das Gesuch nicht ein. Das heisst, dass ein Zivildienstgesuch, welches während eines Wiederholungskurses eingereicht wird, keine Aufschiebung oder Befreiung des Wiederholungskurses zur Folge hat.

        Eigentlich sollten sich Zivildienstleistende über diese “Informationsseite” empören, denn sie suggeriert, dass Zivildienstleistende zu bequem für den Militärdienst sind (einfach wegen der Klarheit: diese Meinung habe ich nie vertreten!).

        • Lord Stark says:

          Also nur so zur Information: Das Gesuch wird nach den 4 Wochen IMMER angenommen, da es mittlerweile das Recht jedes AdA’s ist zum Zivildienst zu wechseln…

          Und ich denke nicht, dass es auf der Seite nur um egoistische Motive geht. Aber es ist trotzdem spannend zu wissen, dass es für Personen die sich etwas mehr überlegen durchaus eine spannende Alternative zum Militärdienst gibt. Das war ja nicht immer so…

          • Sorry Lord Stark, aber das stimmt nicht. Seit etwas über einem Jahr werden Zivildienstgesuche auch vermehrt abgelehnt. Insbesondere bei Rekruten, welche einen Vorschlag für eine (unfreiwillige) Kaderlaufbahn erhalten, ist die Chance, dass ihr nachträglich gestelltes Zivildienstgesuch abgelehnt wird, recht hoch.

            Noch mehr Details können hier nachgelsen werden: Schweizer Zivildienst – explained.

  22. Pingback: Sessionsrückblick | Offiziere.ch

  23. Lord Stark says:

    Hallo Administrator

    Das wusste ich wirklich nicht. Ich kann es aber auch in den folgenden Dokumenten nirgendwo finden. Weisst du was die gesetzliche Grundlage dafür ist, dass die Gesuche abgelehnt werden können?

    http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19960464/index.html
    http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19950281/index.html

    • In der “Verordnung über den zivilen Ersatzdienst”, Art. 26 Abs. 1 steht: “Die Vollzugsstelle entscheidet über die Gesuche frühestens vier Wochen nach Eingang.”

      Ein “Entscheid” beinhaltet immer die Möglichkeit der Zustimmung oder der Ablehnung, sonst wäre es kein Eintscheid. Auf welchen Kriterien sich dieser Entscheid abstützt, weiss ich auch nicht. Ich nehme aber an, dass die Wahrscheinlichkeit abgeschätzt wird, ob das Zivildienstgesuch tatsächlich aus Gewissensgründen eingereicht wurde. Das sieht bei Kaderanwärtern, welche bereits 5-6 Wochen in der RS waren und nun keine Kaderlaufbahn einschlagen wollen, eher schlecht aus. Kritisch betrachtet könnte man argumentieren, dass so eine Mini-Gewissensprüfung wieder über Umwegen eingeführt wurde.

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